Goldpreis in Euro

Gold fasziniert die Menschen bereits seit der Frühzeit und besaß immer einen sehr hohen Wert. Teilweise wurde es sogar als internationales Zahlungsmittel verwendet. Noch heute besitzen die Notenbanken der Welt große Goldreserven für den Notfall. Auch abseits der staatlichen Institutionen ist die weltweite Nachfrage nach dem Edelmetall konstant hoch. Altgold – beispielsweise aus Erbschaften – wird daher zu attraktiven Preisen angekauft. Allerdings ist der Markt extrem unübersichtlich und nicht alle Ankäufer sind seriös. Wer daher noch Altgold besitzt und sich zum Verkauf entschließt, sollte vorher selbst den Schätzwert seines Schmuckes mit dem aktuellen Goldpreis berechnen. Auf diese Weise kann recht schnell festgestellt werden, welcher Ankäufer seriös ist und welcher nicht.

Wie entsteht der internationale Goldpreis?

Unabhängig davon, ob das Gold direkt aus dem Boden geschürft wird oder als Altgold auf den Markt kommt, bildet der internationale Goldkurs die Basis für die Wertermittlung des Edelmetalls. Dieser wird von ausgewählten Händlern an Werktagen jeweils um 09:50 Uhr und 16:00 Uhr auf dem London Bullion Market festgelegt. Was geheimnisvoll klingt, ist in Wahrheit recht simpel: Der Preis orientiert sich an Angebot und Nachfrage. Kommt also gerade ungewöhnlich viel Gold auf den Markt, sinken die Preise. Steigt hingegen die Nachfrage – beispielsweise weil die indische Hochzeitssaison beginnt – entwickelt sich auch der Preis für Gold nach oben. In Europa ist zudem zu beachten, dass Gold grundsätzlich in Dollar gehandelt wird. Schwankungen beim Umtauschkurs zum Euro können daher beeinflussen, wie viel Geld man tatsächlich für sein Gold erhält.

 

Wie entwickelte sich der Goldpreis in der Vergangenheit?

Der jeweils aktuelle Goldkurs kann im Internet nachgelesen werden, ist aber auch in den meisten Tageszeitungen zu finden. Historisch betrachtet war das Edelmetall immer sehr wertvoll. Seit US-Präsident Richard Nixon 1971 die Goldbindung des Dollars aufhob, hat sich der Goldpreis beispielsweise mehr als verdreißigfacht. Internationale Krisen lösen dabei in aller Regel eine große Nachfrage nach dem sicheren Edelmetall aus. So sorgten sowohl die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 in New York als auch die Weltfinanzkrise 2008 für starke Preisanstiege. In den letzten Jahren kam es hingegen zu einer verringerten Nachfrage, historisch betrachtet ist der Goldkurs aber noch immer sehr hoch.

Wie berechne ich den Wert meines Goldschmucks?

Über den Wert von Goldschmuck entscheidet neben dem aktuellen Preis für Gold vor allem der Goldgehalt. Um diesen herauszufinden, muss jedes Schmuckstück zunächst einmal genauer unter die Lupe genommen werden. Dann sind kleine, eingravierte Zahlen zu finden. In der Regel handelt es sich dabei um Zahlen wie 333, 585 oder 750. Bei älterem Schmuck ist aber auch noch 8K, 14K und 18K zu finden. Dabei handelt es sich aber lediglich um eine andere Schreibweise. 8K entspricht dabei 333, 14K 585 und 18K 750. Der Goldgehalt wird dann errechnet, indem die beiden ersten Ziffern als Prozentzahl gelesen werden. Ein Ring mit eingravierter 333 besteht also zu 33,3 Prozent aus Gold. 66,7 Prozent sind hingegen andere Legierungen.

Wie berechne ich den Wert meines Altgoldes?

Der nächste Schritt ist dann vergleichsweise einfach: Der Schmuck muss gewogen werden. Dazu kann eine digitale Küchenwaage oder eine Briefwaage genommen werden. Vor der Nutzung empfiehlt es sich allerdings, diese noch einmal exakt einzustellen. Anschließend wird einfach das Gewicht des Schmuckes mit dem Goldgehalt multipliziert. Besitzt also jemand einen fünfzig Gramm schweren Ring mit der Inschrift 750, lautet die Rechnung: 50 x 0,75 = 37,5 Gramm. Dieser Wert wird dann einfach mit dem aktuellen Preis für Gold multipliziert und man erhält auf einfache Art und Weise den tatsächlichen Materialwert des eigenen Schmucks.

Was gilt es beim Verkauf von Altgold noch zu beachten?

Da das Gold in der Regel nicht direkt an der Londoner Börse verkauft wird, muss ein Zwischenhändler eingeschaltet werden. Dieser erhält in der Regel noch einmal 15 Prozent des Wertes. Um also zu errechnen, wie viele Euro man tatsächlich erhält, muss diese Gebühr am Ende noch einmal abgezogen werden. Grundsätzlich ist es wichtig, den Preis des eigenen Altgoldes selbst zu berechnen. Zwar finden sich im Internet viele sogenannte Goldrechner. Nicht alle sind aber seriös. Daher ist es wichtig, dass sie eine ungefähre Vorstellung über den Materialwert ihres Schmucks haben, bevor sie den eigentlichen Verkaufsprozess starten.